Wie versprochen, möchte ich hier eine kleine Liste persönlicher, strategischer Forderungen vorstellen, zu einer möglichst positiven Entwicklung der FKK in der Gesellschaft. Die Liste ist zunächst nur vorläufig, und steht somit offen für Kritik und Ergänzungen, aber ich denke, dass die Punkte relativ gut begründet sind. Schreibt gerne eure Gedanken dazu auf, fügt eigene hinzu, oder (und vielleicht besonders wichtig) teilt einfach mit, welche Punkte ihr besonders wichtig und/oder wirksam findet ![]()
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1) FKK-Angebote möglichst profitabel halten.
Ob man es mag oder nicht, die Gesellschaft ist einerseits stetig im Wandel, und andererseits vollzieht sich der Wandel teilweise unter Einfluss von Machtprozessen. Als Bürger moderner Rechtsstaaten, steht uns allen auch etwas Macht zur Verfügung. Unter anderem im Finanziellen, sowohl als Personen, die FKK Angebote nutzen, als auch solche, die diese zur Verfügung stellen. Nutzen genügend Menschen solche Angebote, können die Preise für den Einzelnen oft geringer sein. Es wäre auf jeden Fall gut, wenn wir FKK-Angebote auch nutzen, und bereit sind, gegebenenfalls auch Geld dafür auszugeben. Insbesondere gilt das für unregelmäßige Veranstaltungen, wodurch wir auch zum zweiten Punkt kommen.
2) Förderung unregelmäßiger FKK-freundlicher Veranstaltungen.
Sei es eine Museumsausstellung oder einer Theateraufführung: der Erfolg oder Misserfolg solcher unregelmäßiger Veranstaltungen kann programmatisch für die gesellschaftliche Auffassung der FKK sein. Es ist wichtig, dass sich Leute auch manchmal die Mühe machen, um Interesse und Unterstützung der FKK bei solchen Aktionen zu zeigen. Sind die Besucher zahlreich und wirken für die Öffentlichkeit sympathisch, so gibt dies Anreize für mehr solcher Veranstaltungen. Ich betone hier explizit FKK-freundlich und nicht einfach FKK-betreffend, um auch zwischen hinderlichen Verständnissen der FKK zu unterscheiden, beispielsweise der Auffassung vieler Menschen, FKK sei etwas wie ein sexueller Fetisch.
3) Den nicht-sexuellen Charakter der FKK verstärkt hervorheben.
Wollen wir für die FKK viele gute Angebote haben, so braucht es dafür auch entsprechend Menschen. Es muss alltagstauglich sein, und nicht abschreckend für einen Großteil der Bevölkerung. Gleichzeitig wollen wir auch nicht Ziel restriktiver Gesetze sein, obgleich wir diese vielleicht sowieso im Allgemeinen ablehnen oder nicht. Wir wollen familientauglich sein, und Natürlichkeit harmonisch ausleben. Das bedeutet aber praktisch für uns, dass wir die FKK explizit von Pornographie und Fetischismus fern halten sollten. Betreiber und Inhalte, die FKK sexualisieren wollen (beispielsweise pornographisches Material, das Exhibitionismus als FKK betitelt) werden idealerweise nicht unterstützt, und gegebenenfalls komplett vermieden. Genauso empfiehlt sich Aufmerksamkeit gegenüber falschen Intentionen bei FKK Veranstaltungen. Sexuelle Selbstbefriedigung, sexualisierende Kommentare (beispielsweise gegenüber "jungen nackten Damen"), oder auch allgemein unangebrachtes Verhalten ist bestenfalls auf FKK Veranstaltungen strengstens untersagt. Auch beim Thema CSD, ganz unabhängig ob man den unterstützz und dabei ist oder nicht, geht es nicht um FKK, sondern um was anderes. Es gibt selbstverständlich Überschneidungen, und die kann man gerne ansprechen, aber wenn man FKK zu einem Teil davon macht, hilft es, meiner Meinung nach, weder der einen Sache noch der anderen.
4) Natürlich wirkendes Auftreten und freundliche Gesamterscheinung verstärken.
Ich möchte mit dem Punkt ungern jemandem zu nahe treten, und doch bedaure ich, dass viele Vertreter der FKK, insbesondere im Internet, ein ungesund-wirkendes Bild für viele von sich geben. Es geht nicht darum, besonders charismatisch oder attraktiv für jeden zu sein, des wäre ohnehin nicht möglich, so verschieden wie jeder doch ist. Es geht aber darum, nicht so zu wirken, als wäre man besessen um das Thema Nacktheit. Es geht darum, auch nicht zu aufdringlich und unsicher beim Thema zu sein. Eine Person, die momentan FKK nicht ausprobieren möchte, wird noch weniger FKK ausprobieren wollen, wenn man sie unbedingt gegen ihren Willen von den Vorteilen der FKK überzeugen will. Es empfiehlt sich generell, ein Mindestmaß an sozialer Auffassungsgabe zu besitzen. So oberflächlich das auch jetzt klingen mag, so rate ich vielen Anhängern vom FKK, sich ein bisschen mehr Mühe auch bei Fotos zu machen, wo sie nackt zu sehen sind. Die Jugend macht sich mittlerweile im Internet lustig über sogenannte "Facebook Boomer Profilbilder", mit denen bestimmte Posen gemeint sind, die auf Fotos besonders komisch wirken. Man kann es bedauern und beklagen, dass das so komisch wirkt, aber der Effekt bleibt trotzdem da, und wirkt bei Nacktbildern um ein großes Vielfaches verstärkt. Das ist halt eine Tatsache der menschlichen Psychologie, und wenn ich ehrlich bin, ist es auch nicht sonderlich schwer, solche Posen zu vermeiden. Lächle doch einfach locker und offen, statt wie ein aus dem Winterschlaf erwachter Bär zu schauen. Baue den Hintergrund mit ein (muss ja nicht eine super-duper atemberaubende Szene sein, etwas Natur kann schon reichen) oder mach ein Gruppenbild, wenn Du unbedingt Deinen Genitalbereich im Foto einschließen willst, statt die Kamera direkt zwischen Deine Beine zu positionieren, als würde man von dieser seltsamen Position zu Dur hoch schauen. Ja, Nacktheit ist natürlich und schön, aber trotzdem ist es verständlich, dass sich jemanden unwohl fühlt, wenn das Gesicht so gar nicht im Mittelpunkt steht, aber dafür Deine Genitalien so richtig im Zentrum. Das ist grundsätzliche menschliche Psychologie, und dazu stehe ich auch, obzwar das vielleicht manche liebe Mitmenschen nicht so gerne hören mögen.
5) Vermarktung der FKK im Bereich Umweltfreundlichkeit.
Das Thema Umwelt ist heutzutage viel relevanter geworden, als es mal war. Ich schätze, ich brauche den meisten hier nicht von den Vorteilen der FKK im Thema Umwelt erzählen. Weniger Verbrauch von Rohstoffen für Kleidung, weniger Waschgänge, näherer Bezug des Menschen zur Natur, gesundheitliche Vorteile (weswegen auch hier weniger Verbrauch fällt). Ein anderer Vorteil hierbei ist, dass diese Aspekte alle sichtbar sind. Beim Thema Abgase beispielsweise, ist die Problematik ja oft, dass diese Themen recht abstrakt für einen Großteil der Bevölkerung ist. Es gibt viele Diskussionen hin und her, während viele Dinge teilweise falsch verstanden und wiedergegeben werden. Der Einfluss, den FKK haben kann, ist hingegen aber leichter zugänglich. Ich persönlich sehe noch viel Potential für das FKK sich darin einzubringen. Das passiert natürlich aber weniger automatisch, da hierbei auch tendenziell weniger Profit und Bürokratie existiert, um das aus anderen Gründen zu fördern, weswegen wir das selbst aktiv in diese Diskussionen einbringen können, ohne aber so zu wirken, als würden wir damit von anderen Ansätzen ablenken wollen, oder als wären wir besessen.