• Kirche lebt von der Gemeinschaft. Leider auch das Virus. Ist halt Glaubenssache, welchen Effekt man sich von der einen oder anderen Möglichkeit verspricht. Am ersten Sonntag nach dem denkwürdigen Freitag, dem 13. waren die Kirchen ganz dicht, jedenfalls bei uns. Ab jetzt sollen sie für das Gebet zu den Gottesdienstzeiten geöffnet werden. Dies erfordert aber Disziplin bei den Gläubigen, dass sich nicht zu viele Leute gleichzeitig dort sammeln. Ferner sind die Maßnahmen jeden Tag drastischer geworden. Eine vollständige Schließung könnte also bald folgen. Im Übrigen halte ich es für wenig wahrscheinlich, dass es jemals einen Impfstoff oder eine Heilung geben wird. Es wird höchstens eine Immunisierung schon mal Infizierter und in Zukunft einen geeigneten Ausbau des Gesundheitssystems geben, aber das Virus wird uns vermutlich für den Rest unseres Lebens begleiten wie AIDS oder die Grippe. Das Robert-Koch-Institut geht mindestens von einer Krisendauer von zwei Jahren aus. Die Gesellschaft wird nach diesen Ereignissen nie mehr die selbe sein. Und wo sie am dringendsten gebraucht wird, darf die Kirche nicht matt gesetzt werden. Für die nächsten Wochen und Monate sind die gegenwärtigen Maßnahmen absolut sinnvoll. Aber wie soll unser Leben in zwei Jahren oder zwei Jahrzehnten aussehen? Worauf können wir verzichten, und worauf nicht?

  • Fund - ntv (Auszug einer Meldung aus dem LIVE-Ticker).

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    In Rumänien muss ab sofort jeder mit Haftstrafen rechnen, der sich nicht an die Auflagen zum Kampf gegen das Coronavirus hält. Einem Regierungserlass zufolge drohen bei einer einfachen Missachtung der Anordnungen bis zu drei Jahre Haft. Wenn sich dadurch ein Mensch mit dem Virus ansteckt, steigt die Strafe auf bis zu fünf Jahre Gefängnis, kommt es durch Regelverstöße zum Tod eines Menschen, können bis zu 15 Jahre Haft verhängt werden. (Ende Auszug).

    +++


    Das ist knallhart, anders ist den Menschen nicht zu vermitteln wie ernst die Folgen eines Fehlverhaltens sein können, es geht ums Überleben.


    Der frisch-fröhliche Nordfriese.

    I think I have the right to live my life the way I like. :fkk:

  • Der jetzige "Hammer" von Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, mit dem das Virus eingedämmt werden soll, ist absolut gerechtfertigt. Und es ist eine Illusion zu glauben, dass man als junger Mensch ohne Vorerkrankung nicht davon betroffen sein wird, wenn das jetzt nicht passiert.


    Zum einen weiß niemand, was die langfristigen (individuellen) Folgen einer Infektion sind.


    Zum anderen sind wir alle auf ein funktionierendes Gesundheitssystem angewiesen, denn wir alle wollen bei einem Unfall, Herzinfarkt, etc behandelt und intensivmedizinisch betreut werden.

    Wenn jetzt nicht die sozialen Kontakte massiv eingeschränkt wären, wäre das schon in kurzer Zeit nicht mehr sicher zu stellen und die Überlebenschancen in diesen Fällen sinken drastisch!

    Heißt: wenn wir das jetzt nicht in den Griff kriegen, wird es auch viele Tote geben, die gar nicht an Corona erkranken.


    Ich empfehle dringend, diesen Artikel zu lesen (ja, ist auf Englisch und dauert bestimmt ne halbe Stunde), aber man versteht sehr viel besser, worum es geht:

    https://medium.com/@tomaspueyo…nd-the-dance-be9337092b56

  • Das stimmt leider. Wie dämlich ich es finde, dass Leute ausgerechnet jetzt auf den halbleeren Straßen wie die Irren fahren, um zusätzlich noch Verkehrsopfer zu produzieren, habe ich ja schon geschrieben.

  • hier auf dem Dorf verhalten sich zum Glück alle noch mal, Regale sind voll bis auf Klopapier. Und die Menschen sind ja schon ehe von Hause aus in Städten vor allem sehr ignorant und meinen sie haben den besten Fahrstil.


    Und was Corona angeht soll man sich wirklich nur beim Robert-Koch-Institut informieren, dann unsere Medien die übertreiben maßlos und hetzen die Menschen in den Tod..... wie viele alte Leute sehe ich, die sich mehr Sorgen machen als alles andere!

    Als pädagogischer Mensch habe ich schon den ein oder anderen beruhigen können im Supermarkt, also ältere Personen.

    Ich finde es schlimm, dass sie Medien kein Maulkorb vorgelegt bekommen!


    Zum Glück ist das nicht so heftig wie in China bei uns, und im Juli Juni soll ja die Impfwelle beginnen.


    Ein Bekannter im Krankenhaus sind schon vorsorglich für sich selber prep...


    Grüßle

  • Ob während der Coronakrise ein verstärktes Freiheitsbedürfnis heranwächst welches sich vielleicht auch in einem FKK-Zulauf wiederspiegeln wird? Die Frage kam mir heute irgendwie.

  • @DA: Ich neige dazu, die Frage positiv zu beantworten.

    Monbijou: Heute haben auf der Umgehungsstraße die Elefantenrennen angefangen. Es sind fast nur LKW unterwegs, und die haben jetzt genug Platz zum gegenseitigen Überholen. Auch wenn man gerade entgegen kommt, die wenigen PKW werden schon Platz machen. Und Tempo 80 war gestern. Schließlich bringt man ja dringend benötigtes Toilettenpapier; das hat Vorrang.

    Ich stimme zu, dass man vor allem auf das RKI hören sollte. Und die Medien verhalten sich in der Tat unverantwortlich. Aber in dieser Situation in die Pressefreiheit einzugreifen, wäre ein gewaltiger Fehler. In einer freien Gesellschaft muss man einfach lernen, Gerüchte von Fakten zu unterscheiden. Durch die Digitalisierung stehen wir da im Moment vor einer Herausforderung. Die ist aber im Prinzip nicht anders als die Herausforderung, vor der die Gesellschaft bei der Erfindung des Buchdruckes stand. Da gab es auch Propaganda in alle Richtungen (z. B. für die Reformation, gegen die Reformation...). Ziemlich bald haben die Leute gelernt, damit umzugehen, und das weise Wort geprägt: "Papier ist geduldig; das schreit nicht auf, wenn man Unsinn drauf druckt." Aber der Staat hielt es für richtig, die Pressezensur zu erfinden. Es hat Jahrhunderte gedauert, bis wir gemerkt haben, dass das der falsche Weg ist. Wir sollten den selben Fehler nicht noch einmal machen, und lieber auf unsere eigene Anpassungsfähigkeit vertrauen, dass wir lernen, wo es zuverlässige Informationen gibt. Z. B. beim RKI.

  • Aussichten Corona, 5.4.2020


    In den letzten 14 Tagen war die Zunahme von (gemeldeten) Infizierten relativ geradlinig um einen Betrag von rund 70.000 Infizierten. Bei gleichbleibenden Maßnahmen kann man also davon ausgehen, dass die Zunahme von Infizierten in etwa so bleibt.

    Das bedeutet jedoch, dass die Epidemie in Deutschland nicht in 1-2 Monaten vorbei ist, sondern erst in 20 Jahren! Dann werden rund 40 Mio. infiziert sein und die Viren kaum noch Menschen finden, die sie noch infizieren können.

    Im Idealfall können wir noch eine Dunkelziffer von Infizierten vom 10fachen der offiziell gemeldeten hinzurechnen. Aber selbst dann wird die Epidemie in Deutschland 2 Jahre dauern. In dieser gesamten Zeit werden die Krankenhäuser so überfüllt sein, dass selektiert werden muss und viele Menschen sterben müssen, weil ungenügend Beatmung zur Verfügung steht. Das heißt auch, in diesen 2 bis 20 Jahren können die Maßnahmen zur Kontaktreduzierung nicht reduziert werden, da dies automatisch zu noch mehr Toden führen würde.

    Wir befinden uns in einer Sackgasse, in einem Dilemma: Es geht wirtschaftlich-finanziell nicht weiter so und es geht human nicht anders.

    Es müssen also viel weitergehende Maßnahmen ergriffen werden, auch wenn diese alle rechtsstaatlichen und freiheitlichen Vorstellungen über den Haufen werfen. Ohne weitreichend diktatorische Eingriffe werden wir diese Sackgasse nicht überwinden.

    Dies wird wiederum zu enormen Spannungen und möglicherweise Unruhen führen.


    Aber wie sage ich: Das beste, was man selbst auch für sich in der Pandemie tun kann, ist das tägliche FKK-Eisjoggen (schweißfreies Kurzschritt-Tanz-Geh-Ausdauerlaufen), die angenehmste und mit Abstand gesündeste sportliche Freizeitaktivität.


    Bin dann gleich wieder mal raus, heute bei super Wetter, da geht's im Adamskostüm (barfuß bis zum Kopf) 1,5 Stunden, 8-10 km (vielleicht heute doch auch mehr).


    Ich wünsch Euch allen einen ebenfalls schönen FKK-Tag!

  • Ich zweifle zwar auch an einem Medikament oder Impfstoff (den gibt es gegen HIV und allgemein gegen Grippe auch nicht), aber diktatorische Maßnahmen sind nie eine Alternative. Das wird sich das Volk auch nicht auf Dauer gefallen lassen. Wie wenig eine Diktatur gerade in dieser Situation taugt, hat China bewiesen:


    Das Virus wurde so lange wie möglich totgeschwiegen; der Mediziner, der das Virus in seiner Gefährlichkeit erkannt hat, erhielt einen Maulkorb und starb schließlich selber daran. In demokratischen Ländern war zum entsprechenden Zeitpunkt das Virus sofort in den Medien, im öffentlichen Diskurs, und die Staaten hatten längst geeignete Maßnahmen entwickelt. Die Krise hat m. E. eindrucksvoll die Überlegenheit der Demokratie bewiesen.


    Die Menschheit hat früher mit Seuchen gelebt, die ein Drittel, stellenweise zwei Drittel der Bevölkerung ausgerottet haben. Das wird Covid-19 niemals schaffen, egal, wie dämlich wir uns anstellen. In solchen Zeiten hätte man aber nicht im Traum daran gedacht, z. B. die Kirchen zu schließen, die in Krisen am dringendsten gebraucht werden. Auch noch in Zeiten, wo man genau wusste, wie Seuchen entstehen und verbreitet werden, z. B. bei der spanischen Grippe 1918/20. Wir sind es mittlerweile gewohnt, dass fast nur sehr alte Menschen sterben, an den beiden "Kre"s, also Krebs und Kreislauferkrankungen, während Menschen jahrtausendelang, seit der Jungsteinzeit, vor allem an Infektionen gestorben sind, relativ jung. Wir müssen eben neu lernen, mit unserer Sterblichkeit umzugehen. Die Kirchen könnten da helfen.


    Damit meine ich nicht, jetzt sofort alle Maßnahmen einzustellen. Ich mache das notfalls noch zwei Jahre mit. Aber keinesfalls 20 Jahre.


    Wir haben immer schon Krankheitserreger mit uns herum getragen, die für andere Menschen tödlich sind. Von Geburt an haben wir jeden Morgen, wenn wir aus dem Haus gehen, die Wahl ob wir zu Hause bleiben, um ja niemanden anzustecken, z. B. mit der Grippe, die wir unwissend in uns tragen, oder ob wir rausgehen, und dabei riskieren, dass Menschen durch unser Handeln sterben. In normalen Zeiten entscheiden wir uns, rauszugehen, damit alle, die Starken und die Schwachen, ein menschenwürdiges Leben führen können, auch wenn das dann vielleicht für den einen oder anderen etwas kürzer wird. In einem Zeitraum von 20 Jahren dürfte es auch kein Problem sein, das Gesundheitssystem an Corona anzupassen. Aber so viel ist klar: Wenn die Maßnahmen nicht in zwei, drei Jahren gelockert werden, wird sich eh keiner mehr daran halten.


    Mein Rat: Für die nächsten Monate und Jahre die Maßnahmen eisern durchhalten, aber danach müssen wir die Dinge neu bewerten. Wir alle sollten uns mit unserer Sterblichkeit auseinandersetzen, und wer damit nicht klar kommt, dem empfehle ich die nächstgelegene Kirche seiner Lieblingskonfession. Und die sollte spätestens in einigen Monaten wieder in vollem Angebotsumfang zur Verfügung stehen, sonst kann sich der Staat auf eine unangenehme Auseinandersetzung zum Thema "Freiheit der Religionsausübung" gefasst machen.

  • Ich sehe das auch nicht als Weltuntergang! Dann müsste man Flugzeuge verbieten um keine ausländischen Krankheiten ins Land zu holen etc.

    Am besten man bleibt im Bett liegen für den Rest seine Leben!

  • Es ist auch nicht damit zu rechnen, das die derzeitige Kontaktsperre in dieser Form über Monate so bestehen bleibt. Man wird versuchen einen Weg zu finden, mit der die Verbreitung des Virus kontrolliert abgewickelt werden kann. Und wenn es möglich ist, einer Erkrankung z.b. durch Antikörper die tötliche Gefahr zu nehmen, dann sind wir einen großen Schritt weiter.

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