Nackt - auch im textilen Freundeskreis?

  • Wer von euch würde sich am See auch im Kreis von Freunden ausziehen, die nicht nackt baden?


    Ich war oft mit jüngeren Freunden unterwegs, die - soweit sie überhaupt mit ins Wasser kamen - grundsätzlich bekleidet blieben. Sobald ich einmal nackt bekannt uns akzeptiert war, habe ich mich grundsätzlich am See sofort ausgezogen und war nicht nur zum Baden nackt, sondern bin die ganze Zeit am See nackt unter ihnen geblieben. Allerdings waren es oft eher Jugendliche, die mich nackt am See kennengelernt hatten oder zumindest kannten. Auf Ausflügen mit Bekannten, die nichts von meinen FKK-Sympathien wussten, war ich zurückhaltender. Nur selten habe ich jmd. bewusst getestet, indem ich mich vor ihm ausgezogen habe, um ins Wasser zu springen.


    Bei Fremden bin ich etwas diskreter und halte etwas Abstand, um mich dann doch ganz öffentlich nackt zu baden. Wenn dann jmd. Interesse zeigt und mich anspricht, gehe ich auch ungeniert nackt auf ihn zu. Genau so bin ich auch oft in Gruppen Jugendlicher einbezogen worden, die Interesse an mir hatten. Da habe ich dann auch nicht nur mit ihnen gebadet, sondern auch (an verschiedenen Baggerseen) auf Sandhügel oder (in Diez) auf Felsen gestiegen und mit dem DLRG-Boot gerudert - nur ich nackt in einer textilen Gruppe. Viele Gruppen habe ich oft an der selben Ecke wiedergetroffen.

  • Also ich hätte kein Problem damit vor meinen Freunden auch nackt zu sein. Allerdings sind ja oft auch Grenzen gezogen, wenn wir hier in der Gegend zu einem See fahren, sind der FKK-Bereich und TExtilbereich strikt getrennt und da ich / wir keinen Ärger wollen... DA hier auch die Mehrzahl lieber mit Textil ins Wasser geht...
    An der Ostsee habe ich immer noch nicht herausgefunden, wie das dort ist mit dem Nackt sein. ES gibt ja in den Badeorten wieder getrennt ausgewiesene FKK und Textilstrände.
    Dann gibt es aber zum Beispiel auch an der L1 in der Wismarer Bucht nur PArkplätze und das SChild zum STrandzugang besagt nichts zur "KLeiderordnung". Da frage ich mich nun, ob ich hier nun wenigstens unbekleidet ins WAsser darf oder eher nicht. Da an diesen Stränden auch 99% der Menschen bekleidet sind, kann ich mich nicht orientieren...

  • Das ist eine gute Einstellung.


    Ob ich an textil Besuchten Badeplätzen nackt bade, hängt vom Betrieb ab. Wo es nicht zu sehr provoziert, bin ich aber auch als einziger nackt. Nun bin ich leider meist allein. Eine Gruppe von Freunden, die meine Nacktheit akzeptiert, ist der beste Schutz vor falschen Unterstellungen, wo man als einzelner Nackt badet. Allein scheu ich mich nicht, nackt zu bleiben, wenn sich der Strand füllt. Wer sich dann zu mir gesellt, wird meine Nacktheit schon akzeptieren. Mich aber im Gedränge erst auszuziehen, habe ich doch Hemmungen. Deshalb sehe ich zu, dass ich relativ früh (am besten als erster) am See bin. Finde ich mich dann am Nachmittag nackt am überfüllten Textilstrand, macht mir das nichts aus. Solange niemand protestiert, stören mich auch keine dummen Kommentare oder Witze. Gern trage ich auch als Nackepitz zu Belustigung anderer bei und lasse mich auch auf Gespräche ein. Da macht es mir nicht aus, nackt auf eine Gruppe zuzugehen, die sich über mich amüsiert. Bei Jugendlichen war ich dann oft akzeptiert und einbezogen, sobald klar war, dass ich kein "Spanner" bin. Allerdings hat sich die Haltung vieler Jugendlicher inzwischen gewandelt, und ich habe nicht den Eindruck, dass es nur an meinem vorgerückten Alter liegt.


    Der Begriff "Freunde" ist auch etwas schwierig. Auf einem Betriebsausflug an einen See bade ich nicht nackt. Werde ich von Bekannten eingeladen, halte ich mich auch zurück. Wo mich die Begleiter vom See her kennen oder zumindest wissen, dass ich nackt bade, da bin ich hemmungslos und bade auch ganz öffentlich als einziger nackt.

  • Das Scham Folge der gestörten Beziehung (zu Gott und zum Mitmenschen) ist, ist die Kernaussage der biblischen Paradiesgeschichte. Nur ist es der größte Unsinn, Scham einfach abzuschaffen oder durch vorgetäuschte Selbstsicherheit zu übertönen. Damit beseitigt man nicht ihre Ursache. Natürlich ist die Gemeinschaft mit Menschen, die eine Lebenseinstellung teilen, das geeignete Umfeld, sich in Bezug auf eine bestimmte Gemeinsamkeit nicht schämen zu müssen. Bezüglich körperlicher Nacktheit bietet ein FKK-Gelände und Gemeinschaft mit Naturisten ein Umfeld, in der man sich nicht schämen braucht. Dort, wo einen diese Nacktheit in Gefahr bringt, ist Scham ein natürlicher Schutz. Deshalb sollte man Scham nicht grundsätzlich bekämpfen, sondern angemessen damit umgehen. Die übertriebene Empfindlichkeit vieler Naturisten gegenüber Spannern ist doch darin begründet, dass sie sich selbst als potentielle Opfer sehen, wo sie "mit anderen Augen" gesehen werden. Man schämt sich nicht der Nacktheit an sich, sondern einer bestimmten Einschätzung, die darin gesehen wird, von der wir uns als Naturisten distanzieren. Das funktioniert nur unter gleichgesinnten. Nackt am FKK-Strand wird sich wohl fast jeder weniger genieren, als in Badehose vor einem Plenum. Nackt am Strand unter bekleideten Freunden geniere ich mich weniger als angezogen im Erotik-Shop. Niemals würde ich mich nackt im Dunkeln über die Frauentorstraße in Nürnberg wagen, aber wohl am hellen Tag in den Englischen Garten in München. Die entscheidende Frage ist doch: Wie wird mein Verhalten aufgefasst? Wie reagieren andere auf mein Verhalten? Bringt es mich in Gefahr? Da reicht es oft, sich zu erklären. Aber das setzt persönliche Begegnung voraus. Wo diese nicht möglich ist, ist Zurückhaltung geboten - oder auch bewusster Protest.

  • Da muss man auch nicht direkt von Scham sprechen sondern einfach von Vernunft. Ich würde mich auch tagsüber auf dem Marktplatz nicht schämen, aber die Vernunft verbietet es. Also bleiben nur sehr wenige Möglichkeiten für wirkliche Scham übrig. Jedenfalls was Nacktheit angeht. Die Idioten die den kindern im Kindergarten nun verbieten Faschingskostüme anzuziehen sollten sich schämen. Es gibt wohl kein Volk das sein Brauchtum und die eigene Sprache so wenig schätzt wie wir Deutschen. Aber den Begriff Scham kennen diese Leute bestimmt nicht.

    Die Menschheit war schon immer bereit, Themen im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Wichtigkeit zu diskutieren. Je mehr eine Frage uns alle berührt, umso mehr gilt daher, dass selbst kluge Menschen behaupten, die Frage existiert überhaupt nicht.--Samuel Butler--

  • Ist sicher auch eine Frage der Location . Wenn am See gemischt warum nicht , Aber partout darauf bestehen und sich bei den Kumpels, Freunden usw unbeliebt zu machen ist nicht mein Ding

    Bin zwar nicht Adonis aber trotzdem gerne Nackt :fkk: Nacktsein ist eine Lebenseinstellung :) und keine Krankheit :)

  • Mir geht es auch eher um Hemmungen. Unter Arbeitskollegen oder bei einen Ausflug in einer Gruppe bade ich in der Regel auch nicht nackt. Wo ich mir der Akzeptanz nicht sicher bin, ist natürlich die Frage, ob ich wage, es zu testen. Einmal akzeptiert, bade ich grundsätzlich nackt - auch als einziger. Jugendliche aus Diez haben ihre Freunde auf Ausflügen mit mir so deutlich vorgewarnt, dass ich mich aufgefordert sah, mich unverzüglich auszuziehen, sobald wir den See erreicht hatten. Wo es von mir erwartet wird, sehe ich keinen Grund mehr, zu zögern.

  • Mit Freunden, die das akzeptieren, dass ich gerne nackt bin, bleibe ich auch die ganze Zeit nackt. Auch bleibe ich an gemischten Stränden nackt bzw. in Kroatien verlasse ich auch den FKK Bereich manchmal nackt. zB. in Valalta, wenn das Auto vor dem Eingang steht, dann gehe ich gleich nackt bis zum Auto.

  • Wo ich diese Einstellung habe, "im textilen Freundeskreis bleibe ich auch textil" - schaffe ich Parallelwelten. Ich sehe mich genötigt, für den Naturismus diesen Freundeskreis zu meiden. Ich muss mich entscheiden: Naturismus oder Freundeskreis. Leider gibt es viele Kreise, in denen ich textil bleibe (- für mich gilt das vor allem für die Verwandschaft). Wo ich meinen Naturismus nicht zeige, da verderbe ich ihn mir. Einmal nackt - wenn auch als einziger vor der ganzen Gruppe - bin ich akzeptiert und gewinne vielleicht noch Freunde dazu. Wage ich das nicht, habe ich es mir verdorben und ziehe mich vom Kreis zurück, um Naturismus zu erleben. Vielleicht finde ich als Naturist einen eigenen, neuen Freundeskreis. Aber es fehlen oft Überschneidungen, die die Gefahr mit sich bringen, verplappert zu werden. Wo ich aber als Naturist bekannt bin, bin ich frei. Freunde möchte ich grundsätzlich in beide Kreise einbeziehen können, zumindest nicht den einen verheimlichen.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!