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Joki

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21

Dienstag, 27. November 2012, 12:07

Um das klar zu stellen: Das Verbot der öffenlichen Nacktheit in San Francisco begrüße ich nicht. Ich möchte nur, dass Nacktheit nicht als Demonstration sexueller Freizügigkeit verstanden wird. Sexualität gehört in den Intimbereich und steht im Zusammenhang mit der Zeugung. In ihr drückt sich aber auch intime Freundschaft aus. So wie Sexualität zum Menschen gehört, spielt sie aber auch in jeder menschlichen Begegnung - auch schon im Blickkontakt - mit. Ich würde aber auch die beste Freundin nie vor aller Augen auf einem öffentliche Platz küssen. Im Grunde sehe ich in so einem Kuss weit mehr Intimität als in der Nacktheit. Da kann man mir vorwerfen, als Single kann ich gut reden, aber mit Homophobie hat das nichts zu tun.
Wenn ich nun nackt unter Schwulen herumlaufe, käme ich mir vor wie an der Frauentorstaße in Nürnberg bei nacht. Ich möchte aber für Bedingungen eintreten, unter denen ich ganz unbefangen nackt sein kann (evtl. auch an einem Stadtbrunnen nackt baden), ohne mit sexuellen Aufforderungen zu rechnen.
In San Francisco kenne ich die genauen Bedingungen nicht.
FKK (ist) die Kunst, Adam und Eva zu spielen, ohne an den Sündenfall zu denken.(Bartnik & Sartin)

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justus1997

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22

Mittwoch, 28. November 2012, 21:00

Zitat von »Joki«
Und in die bekannte Schwulenstadt San Franzisco zieht es mich eh nicht. Im ganzen können wir hier in Deutschland schon zufrieden sein, mit einer relativ liberalen und vor allem natürlichen Einstellung zum FKK.

Das ist ja auch mal wieder bezeichnend, einerseits Liberalität zu FKK fordern, und andererseits mal wieder ein Kommentar gegen Schwule. Du solltest mal an Deiner eigenen Einstellung arbeiten.


was bitte schön ist daran schwulen feindlich !?
wer will als hetero an schwulen strände?
es heißt schulenstrände weil dort schwule uter sich sein können.
nudisten turisten die hetero sind würde stören -_-

Joki

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Mittwoch, 28. November 2012, 23:04

Mir geht es nicht um hetero- oder schwul, sondern darum, klar zu sagen, dass für Naturisten Nacktheit keine sexuelle Bereitschaft oder Provokation bedeutet. Vögeleien mit fremden Frauen sind weit schlimmer als homosexuelle Kontakte, vor allem, wo bestehende Beziehungen ignoriert werden. Ich möchte beim FKK auch nicht als Sexobjekt angesehen werden (der Ausdruck "sexy" ist in meinen Augen eine Beleidigung). Für mich ist schon der entfernte Gedanke unerträglich, jemand, den ich mit Freundin am Strand treffe, würde mir auch nur entfernt zutrauen, ich könnte seine Freundin ausspannen. Deshalb ist es mir gerade beim FKK wichtig, auf strengere Moral zu pochen. Ich frage auch niemandem, ob er homo- oder heterosexuell ist (das geht mich einfach nichts an), auch wo ich im Wasser durchaus nicht berührungscheu bin. Ich würde es auch niemals anprangern, wenn jmd. bei Raufereien einen Ständer bekäme (ich denke das kann jedem bei körperlicher Berührung passieren) - um es mal ganz indiskret anzusprechen - sondern würde aus Rücksicht etwas Distanz halten. Ich fordere nur besonnenen verantwortlichen Umgang, der FKK nicht in ein anrüchiges Licht stellt. Wo aber nackt für sexuelle Freiheiten demonstriert wird, wird auch die Assoziazion von Nacktheit mit sexueller Freizügigkeit bestätigt. Genau dagegen wende ich mich hier.
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kalle

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24

Donnerstag, 29. November 2012, 09:25

Dazu gibt es jetzt einen genauen Bericht im neuen Regenmachers Streiflichter Nr. 173 unter Punkt 4 u. 5.
textilfrei schwimmen in Leverkusen -> www.fsg-lev.de

Joki

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Donnerstag, 29. November 2012, 12:42

Über juristische Streitereien will ich mich nicht auslassen. Ich finde es einfach unsinnig, nackt über verkehrsreiche Straßen der Innenstadt zu laufen. Paraden sind mir auch zu demonstrativ. Mir wäre nur daran gelegen, in Grünanlagen auch mal nackt sonnen zu können (wie im englischen Garten in München), mich so auch mit Nachbarn treffen zu können und nicht mit Anzeige rechnen müssen, wenn ich vor dem Haus mal nackt gesehen werde. Es wäre natürlich auch angenehm, sich nicht ankleiden zu müssen, um eben mal an Kiosk ein Getränk zu holen. Die Übergänge sind da fließend, so dass juristische Regelungen immer spitzfindig sind. Ich halte es für eine Krankheit unserer Zeit, dass Konflikte immer mehr vor Gericht ausgetragen werden, statt das man sich mit der Nachbarschaft einvernehmlich einigt. Dazu kämpfe ich zu einer Grundeinstellung, die Nacktheit nicht schockiert, sondern nüchtern damit umgeht. Wichtig ist mir, dass "öffentliche Nacktheit", wo sie denn untersagt wird, nur als "Erregung öffentlichen Ärgernisses", nicht (wie in Frankreich) als "sexueller Exhibitionismus" gewertet wird. Ein Verstoß ist dann nur "Ordnungswidrigkeit" und nicht "Straftat". Mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung kann man im Streitfall wohl leben. Für Exhibitionismus müßten andere Kriterien gelten.
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Maleonu

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Donnerstag, 29. November 2012, 14:13

Wichtig ist mir, dass "öffentliche Nacktheit", wo sie denn untersagt wird, nur als "Erregung öffentlichen Ärgernisses", nicht (wie in Frankreich) als "sexueller Exhibitionismus" gewertet wird. Ein Verstoß ist dann nur "Ordnungswidrigkeit" und nicht "Straftat". Mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung kann man im Streitfall wohl leben. Für Exhibitionismus müßten andere Kriterien gelten.

Da bringst du was durcheinander. "Erregung öffentlichen Ärgernisses" ist nach dem deutschen Strafrecht genau der Name eines exhibitionistischen Straftatbestandes (§ 183 StGB).

Die Ordnungswidrigkeit, die du meinst, ist "Belästigung der Allgemeinheit", § 118 OWiG.

Die Begriffe sollten unbedingt unterschieden werden! Ich gebe zu dass bei § 183 StGB Titel und Inhalt nicht so gut zusammenpassen, aber der Titel ist ein amtlicher Bestandteil des Gesetzestextes. Ich meine, dass man es in einer Diskussion in einem FKK-Forum genau nehmen sollte. Der Unterschied zwischen § 118 OWiG und § 183 StGB ist nämlich gewaltig.

Joki

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Donnerstag, 29. November 2012, 16:58

Gut, dann kenne ich aber die deutsche Gesetzeslage auch nicht. In Deutschland bin ich von der Polizei bislang nur aufgefordert worden, mich anzukleiden, weil irgendwer sich beschwert hat. Ich weiß von gerigfügigen Bußgeldern. Aber, dass, wie in Frankreich, Daten, Photos auch Fingerabdrücke 3 Jahre gespeichert werden, nur, weil man von der Polizei entdeckt wurde, ist mir nicht bekannt. Meines Wissens gilt öffentliche Nacktheit in Deutschland als "Erregung öffentlichen Ärgernisses". Demnach wäre es juristisch dann doch eine "Straftat". Mit dieser Gesetzeslage bin ich dann nicht einverstanden. Ich meine, es dürfte dann eben nur als "Belästigung der Allgemeinheit" gewertet werden - aber auch nur dann, wenn Beschwerden vorliegen und der betreffende sich nach Aufforderung weigert sich anzukleiden.
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Maleonu

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Donnerstag, 29. November 2012, 19:27

Meines Wissens gilt öffentliche Nacktheit in Deutschland als "Erregung öffentlichen Ärgernisses".

Nein, das ist nicht so. Nochmals: "Erregung öffentlichen Ärgernisses" ist ein Sexualstraftatbestand (§ 183a StGB), und selbst die Polizei weiß, dass das nochmals was anderes ist als einfach nackt rumzulaufen.

(Bin ja auch nicht fehlerfrei, auch wenn ich hier rumschimpfe: habe in meinem vorigen Beitrag das "a" bei der Paragraphenzahl vergessen, § 183a StGB ist richtig. § 183 StGB sind die "Exhibitionistischen Handlungen".)

Joki

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Donnerstag, 29. November 2012, 22:22

Danke für die Korrektur,(als Schimpfen habe ich das nie aufgefaßt.).
Wichtig ist ja nur, dass wir die rechtliche Grundlage hier klarstellen, um unsere Vorstellungen einbringen zu können.
Aber zumindest das habe dann wohl zuerst richtig geschrieben, dass nach deutschem im Gegensatz zum französischen Recht öffentliche Nacktheit nicht als Exhibitionismus gilt - und damit auch nicht als Sexualstrafbestand. Und das ist ja, worauf es mir ankam.
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blackyboy

unregistriert

30

Dienstag, 26. August 2014, 22:52

also fassen wir abschließend zusammen:

Deine Zusammenfassung stimmt so nicht, denn beim FKK geht es nicht darum seine Sexualität zur Schau zu stellen.
ok sf ist sehr schwulen-liberal. aber was hat das mit der nun nicht mehr geduldeten nacktheit zu tun???????

dazu siehe mein nachstehendes Zitat:
nach der das Zurschaustellen der Genitalien auf den meisten öffentlichen Plätzen verboten ist.

Die Ursache für das Verbot ist demnach weniger die Nacktheit als das zurschaustellen der Genitalien gewesen. Ob das nun bei stimmten Personengruppen häufiger vorkommt als bei anderen, darüber kann man streiten. Von dem Verbot sind jetzt jedenfalls alle betroffen.
Wo siehst du denn den Unterschied zwischen der Nacktheit und dem zur Schau stellen von Genitalien ? Mehr als nackt sein kann man ja schlecht um dir irgendwelche Genitalien zu präsentieren ;)

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