Es gibt Leute, denen es auch offensichtlich gefällt, wenn andere ihnen dabei zuschauen. Was mich stört ist, dass dies mit FKK in Zusammenhang gebracht wird. Der Unterschied zum Textilbereich ist, dass keine Textilien körperlich Distanz halten. Der Schritt von intimer Zärtlichkeit zum Geschlechtsverkehr ist damit leichter. Wir müssen uns daher bewußter und entschiedener davon distanzieren und mehr Zurückhaltung zeigen, als im Textilbereich gefordert. Nicht die Kleidung schützt, sondern aus bewußter Entscheidung halten wir uns zurück. Freiheit setzt immer die Bereitschaft zu verantwortlichem Umgang damit voraus - Freikörperkultur selbstkontrollierteren Umgang mit dem Körper.
Es reicht nicht, zu sagen, was FKK nicht bedeutet. Wir müssen zeigen, was sie bedeutet. Für uns ist Nacktheit völlig natürlich, nicht intim. Wir möchten uns nicht verstecken! Jeder kann uns sehen, und wir tun nichts, was anstößig ist. Das Bewußtsein, gesehen zu werden, zwingt zur Zurückhaltung. Das bringt eine Kontrolle mit sich, die Intimitäten unterbindet. FKK gehört ans Tageslicht, in den Kreis von Freunden draußen in der Öffentlichkeit des Badesees oder eines Geländes. Zärtlichkeiten im Mondschein interessieren so wenig wie Nacktheit unter der Dusche daheim - sie sind ja nicht öffentlich. Nächtliche Liebesromantik ist völlig in Ordnung, aber beim FKK hat sie nichts zu suchen. Wer das nicht akzeptiert, ist beim FKK falsch. Eine Toleranz, die hier nicht Grenzen setzt, macht Gemeinschaft unmöglich. Wer unsere Freiheit mißbraucht, indem er sie als allgemeine "Toleranz" für alles deutet, zersetzt sie. Kein Liebespaar wird sich dann noch wohlfühlen, das Vertrauen untereinander wird zerstört und Kinder müssen geschützt werden. Selbst wo Minderjährige nicht einbezogen sind, wird Eltern nicht wohl sein, wo ihre Kinder so etwas zu sehen bekommen. Das wollen wir nicht. Vor unserer Freiheit braucht niemand geschützt werden.
FKK (ist) die Kunst, Adam und Eva zu spielen, ohne an den Sündenfall zu denken.(Bartnik & Sartin)