Mir geht es einfach um die Frage: Wie begegnen und wie sehen wir uns? "Nackt" ist als Antwort doch sehr oberflaechlich. Die Frage ist doch, sehen wir (gerade nackt) die Person, oder lassen wir uns durch sexuelle Reize steuern, dass wir die Person uebergehen (wie uns Moralisten doch vorwerfen). Beurteilen wir Menschen nur noch nach ihrem koerperlichen Aussehen, diskriminieren behinderte oder etwas unaesthetisch aussehende Menschen, geraten wir in einen uebertriebenen Gesundheits und Koerperkult, oder werden wir gerade durch die Akzeptanz der koerperlichen Schwaechen toleranter? Von der Antwort auf diese Fragen haengt doch ab, ob Nacktheit gut oder schlecht ist. Es geht eben nicht um die Nacktheit an sich (das ist eine reine Aeusserlichkeit), sondern um das Zwischenmenschliche, das in der Nacktheit zum Ausdruck kommt oder auch keine Rolle spielt.
Der Glaube gibt hier eine Orientierung, aber die Haltung an sich haengt nicht am formalen Bekenntnis. Natuerlich spricht man nur in der jued.-christl. Tradition von Ebenbildlichkeit (d. h. sieht den Menschen als Repraesentanten Gottes), natuerlich kann ich nur als Christ sagen: im Gegenueber begegnet mir Christus. Natuerlich spielt der Glaube an eine leibliche Auferstehung eine Rolle, wie auch das sakramentale Verstaendnis der Ehe. Aber die Haltung, mit der wir uns begegnen und ansehen haengt nicht daran, dass sich jeder hier zu Christus bekennt. Ich sehe im FKK-Forum auch nicht den Ort, Anhaenger fuer die Kirche zu gewinnen, sondern moechte Werte als solide Grundlage fuer den Naturismus vermitteln. Ein Kampf gegen die Kirche endet nicht mit einem Sieg ueber pruede moralische Bevormundung (und das schreibe ich als jemand, der sich durchaus durch die christliche Moral seines Elternhauses beengt fuehlt), sondern fuehrt in ein Entgleiten in wertfreier Orientierungslosigkeit. Was wir brauchen ist ein vernuenftiger Dialog. Jede Generation wie jeder einzelne ist neu herausgefordern, sich mit Werten und Moral seiner Eltern und Lehrer und des freundschaftlichen Umfelds neu auseinanderzusetzen. Da gibt es Konflikte in wie auch ausserhalb der Kirche, in der Gesellschaft, Familie, im Freundeskreis, ... .
FKK (ist) die Kunst, Adam und Eva zu spielen, ohne an den Sündenfall zu denken.(Bartnik & Sartin)